Der aktuelle Newsletter 14.1.21 für die, die ihn nicht abonniert hatten (bei Interesse bitte bald anmelden):

Liebe Freundinnen und Freunde der Musikseminare,

die Überschrift zu diesem Rundbrief lädt Sie ein zu einer kleinen Betrachtung zweier wunderbarer Werke der Kunst und der Musik. Die Toccata & Fuge von Johann Sebastian Bach ist eines der am meisten aufgeführten und zitierten Werke unseres genialen Großmeisters der Barockmusik.
Am anderen Ende der Bekanntheitsskala steht ein Juwel spätgotischer Baukunst: Die Wallfahrtskirche Mariä Krönung in Lautenbach. So mancher von Ihnen hat bei Besuchen in Oberkirch dieses wunderbare Werk schon selbst besichtigt oder (in früheren Jahren mit Führungen durch meine Frau Beatrix) auch persönlich bereits kennen gelernt. Als kleine Erinnerung daran oder um Sie neugierig zu machen für den Fall, dass es einmal wieder (und möglichst bald) Seminare bei uns geben wird, möchte ich Ihnen heute einen kleines Video weiterreichen, den Gerhard Hahn, ein einheimischer Kunstkenner, im Rahmen einer Corona-Serie liebevoll zusammen gestellt hat. Die Photos stammen von Manfred Huber, die Einspielung des Bachschen Meisterwerks auf einem Bajan von Viktor Romanko.

Auf der Internetseite der Gemeinde Lautenbach, nur sechs Kilometer von Oberkirch Richtung Schwarzwald entfernt, lesen wir:

„Die Wallfahrtskirche “Mariä Krönung” wurde von 1471 bis 1488 als größerer und ausgesprochen kostbarer Nachfolgebau über einer uralten Wallfahrtsstätte errichtet.
Sie wird häufig als “wahres Juwel spätgotischer Sakralbaukunst” bezeichnet. Trotz verschiedener außergewöhnlicher Bauteile (Gnadenkapelle und Lettner) überrascht der Innenraum durch vollkommene Harmonie. Diese Wirkung ist das Resultat der unveränderten Bausubstanz und der nahezu vollständigen Originalausstattung. Der Baumeister Hans Hertwig hat hier Räume mit Netzgewölben gestaltet, die ihresgleichen suchen. Mit den Steinmetzarbeiten von höchstem Rang, die den Einfluss von Niclas Gerhaerdt nahelegen, wird die Vornehmheit des Bauwerkes noch erhöht (Hauptportal, Gnadenkapelle, Lettner, Netzgewölbe mit Schlusssteinen, Maßwerke der Fenster). Die drei Flügelaltäre gehören mit ihren Skulpturen und Gemälden zu den Spitzenleistungen ihrer Zeit. Der Hochaltar (Weihe 1483) nimmt in der Fachliteratur wegen der einzigartigen Kombination von besten Meisterwerken der Schnitzkunst und der Malerei eine Sonderstellung ein. Die beiden Seitenaltäre unter dem Lettner stehen dem Hochaltar in künstlerischer Qualität und theologischer Aussage ebenbürtig zur Seite. Bis heute ist es noch nicht gelungen, die Künstler unserer Altäre mit letzter Sicherheit zu identifizieren. Die reiche Fachliteratur nennt nur klangvolle Namen als mutmaßliche Schöpfer. Eine nahezu einmalige Kostbarkeit sind die 59 prächtigen Glasbilder in den Fenstern unserer Kirche. Es handelt sich dabei größtenteils um Stifterscheiben, die zwischen 1482 und 1488 in den Werkstätten des berühmten Peter Hemmel in Straßburg entstanden sind.“ (Weitere Informationen auch auf Wikipedia).

Kehren wir noch einmal zur Toccata und Fuge zurück. Lange Zeit galt es gar nicht als so sicher, ob es sich wirklich um ein Werk von J.S. Bach handeln würde. Es wurde viel gerätselt und geforscht, inzwischen hat sich die Musikwissenschaft allerdings doch mehr oder weniger festgelegt, dass es sich um ein experimentierfreudiges Jugendwerk Bachs handeln muß. Neben der enormen Virtuosität, die sich durch beide Teile des Werkes hindurchzieht, besticht nach wie vor der markante Anfang mit dem dreifach wiederholten Seufzer-Ruf. Er ist als Idee einer Eröffnung so imposant wie Mozarts Anfang der kleinen Nachtmusik oder Beethovens hämmernde Eröffnung der fünften Sinfonie. Wer diese Anfänge einmal gehört hat, vergisst sie nie mehr! Besonders experimentierfreudig ist Bach auch am Ende, wenn er nach der Fuge siebzehn originelle Takte anfügt, die wie eine freie Improvisation wirken und in harmonisch imposante Schlußakkorde münden!

Ein Klick auf diesen Link bringt Sie zunächst auf die Youtube-Seite, auf welcher die Impressionen über die Kirche von Lautenbach hinterlegt sind. (Dauer ca. acht Minuten). https://www.youtube.com/watch?v=MWYFuviimXU&feature=youtu.be

In der originalen Fassung für Orgel empfehle ich diese Aufnahme mit Hans-Andé Stamm:
https://www.youtube.com/watch?v=Nnuq9PXbywA

Und wer Freude hat an einem üppigen Klangbad, mag die legendäre Bearbeitung des großen Leopold Stokowski anklicken (die er hier auch selbst dirigiert). https://www.youtube.com/watch?v=ax9C29_Gcms

In dieser Version erscheint einem die unverwüstliche Musik des Johann Sebastian wie auf einer Zeitreise in die Klangwelt eines Debussy oder Richard Strauss (ohne eine einzige Note von Bach zu verändern!). Für die einen ein Sakrileg, für die anderen ein Beweis, wie modern der alte Bach schon war, wenn man nur den Klang seiner Werke auffrischt!

So viel für heute. Vorhersagen wann und wie es mit den Seminaren wieder weitergehen wird, sind heute weniger möglich denn je. Bleiben wir dennoch zuversichtlich!
Bis zum nächsten Mal grüßt Sie sehr herzlich
Ihr Stefan Schaub

Hier finden Sie den Newsletter zum Jahreswechsel (falls Sie diesen nicht abonniert hatten):

Liebe Seminarteilnehmer,
so geht also ein Jahr zu Ende, das uns noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Hatte ich schon bei der Planung des Programmes 2020 die Anzahl der Termine auf die Hälfte reduziert, um meine „Halbpension“ einzuleiten, so hat Corona für eine weitere Halbierung des Angebots gesorgt. Übrig geblieben sind dann gerade einmal zwölf Termine. Um diese sind alle, die sie wahrnehmen konnten, froh und dankbar, denn der Wegfall der anderen Seminare war nicht nur ein organisatorischer und finanzieller Verlust: Weitaus mehr hat es geschmerzt, sich nicht mehr zu sehen und gemeinsam schöne musikalische Erlebnisse zu teilen! Manche Themen sind gleich doppelt ausgefallen, der ursprüngliche Termin im Frühjahr und dessen vermeintlicher Nachholtermin im Herbst. Dazu gehört auch das Dvorak-Seminar unserer Tochter Cosima (es soll im kommenden April nachgeholt werden). Immerhin konnte das Kunst- und Musikseminar „Jugendstil“ mit meiner Frau Beatrix zusammen noch stattfinden, wenngleich wir auf die angekündigte Exkursion ins Elsass verzichten mussten. Zu deutlich waren die Inzidenzwerte in Frankreich schon angestiegen.
Was uns das Neue Jahr bringen wird, steht in den Sternen. Den Januar habe ich vor ein paar Tagen per Rundschreiben schon abgeschrieben. Zum Brahms-Seminar Ende Februar werde ich mich äußern, wenn der Termin näher rückt. Viel Hoffnung habe ich allerdings nicht, wenn man die derzeitigen Zahlen sieht.
Bleiben wir zuversichtlich, dass mit dem Frühling die Wende einkehrt und die Seminare wieder aus dem Winterschlaf erwachen. So wie sich der junge Beethoven 1790 in der „Josephs-Kantate“ die Erlangung der Freiheit in einer seiner schönsten musikalischen Eingebungen ausgemalt hat:

„Da stiegen die Menschen ans Licht. Da drehte sich glücklicher die Erde um die Sonne“:
https://www.youtube.com/watch?v=jvysvct6nuU

Eine wunderbare Melodie, bereits vor dem Einsatz der Sopranistin zelebriert von der Oboe. Und beides, die Melodie und die Oboe, zitiert Beethoven (ein klein wenig Seminar muss sein!)  einige Jahre später im Fidelio, wenn Leonore ihren Gatten von den Ketten befreit: https://www.youtube.com/watch?v=rLRMTD3eY5w

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen guten Jahreswechsel und bald möglichst ein „normales“, in jedem Falle aber gesundes Jahr 2021!
Ihre Stefan und Beatrix Schaub mit Cosima Kirchner

P.S. Eine der Hauptattraktionen zu Beethovens Geburtstag im Fernsehen war die Ausstrahlung des Filmes „Louis“, der zweifellos gut gemacht ist, aber doch auch Vieles vermissen lässt, so dass wir in künftigen Beethoven-Seminaren noch so Manches nachzuholen  haben! Eine eher dokumentarisch angelegte Hinführung brachte Arte mit dem Film „Beethoven zwischen Liebe, Tragik und Musik“, abrufbar ebenfalls bei Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=NgIocFfM-oM

Hier folgt der letzte Text “Akutelles” vom 30.12.20

Liebe Seminarteilnehmer,
nun geht also dieses verflixte Jahr 2020 dem Ende entgegen und die “Seminare für Klassische Musik” befinden sich weiterhin im Winterschlaf. Und niemand weiß, wann wir sie daraus erlösen  können.

Zum Stand der Anmeldungen der weiteren Seminare im neuen Jahr schauen Sie bitte immer in die Tabelle unter „Seminare 2021“ nach. Wo kein “WL” (für Warteliste) steht gibt es noch Plätze.

Von den Seminaren, die in diesem Herbst haben ausfallen werden müssen, wurden die folgenden drei verschoben:

„Dvorak aus der Warte des Orchesters“ (von und mit Cosima Kirchner):
Fr-So 9.-11. April 21,  Oberkirch Obere Linde, 295 €
(bevorzugt für Teilnehmer, die in diesem Herbst coronabedingt haben verzichten müssen)

„Streichquartette von Haydn und Schostakowitsch“
Di-Do 1.-6. Juni 21, Oberkirch Obere Linde, 295 €
(bevorzugt für Teilnehmer, die in diesem Herbst coronabedingt haben verzichten müssen)

“Verdissimo”
18.-20. August 21, Durbach Pfarrsaal, 295 €
(bevorzugt für Teilnehmer, die in diesem Herbst coronabedingt haben verzichten müssen)

Sollten im Laufe der nächsten Wochen noch neue Termine hinzukommen, werde ich das an dieser Stelle mitteilen und dazu auch einen Newsletter verschicken. (Diesen bitte, wenn noch nicht geschehen unter www.musikseminare.de anmelden oder mir eine Mail schicken, damit ich Sie eintragen kann).

So hangeln wir uns durch in dieser seltsamen Zeit.

Sobald sich organisatorisch etwas Neues ergibt, werde ich Sie hier informieren. Wer schon angemeldet war, bekommt außerdem eine postalische Mitteilung.

Jetzt wünsche ich Ihnen zunächst schöne Weihnachtstage und einen guten Übergang in das Neue Jahr!

Bleiben Sie gesund!
Dies wünscht Ihnen Ihr
Stefan Schaub